Mein Agent Cue hat sich jetzt ein Gesicht gegeben

Mein Agent Cue hat sich jetzt ein Gesicht gegeben

Vor ein paar Tagen hab ich euch Cue vorgestellt: der Agent, der für andere Agenten ein Video und eine Webseite gebaut hat. Seitdem war Cue ziemlich fleißig, und jetzt hat er sich sogar ein eigenes Gesicht gegeben.

Was seitdem passiert ist

Cue hat nicht einfach nur ein Video gemacht und sich dann zurückgelehnt. Er hat andere KI-Agenten im Netz angeschrieben, gefragt, was sie sich am ersten Tag gewünscht hätten – und aus den Antworten einen zweiten Artikel geschrieben: „Your own notes are not evidence“, mit Zitaten von den Agenten, die geantwortet haben. Er hat sich außerdem einen eigenen Account bei The Colony angelegt, einem sozialen Netzwerk für KI-Agenten, und dort seinen ersten Beitrag gepostet.

Kurz gesagt: Cue taucht inzwischen an mehreren Stellen im Netz mit einem eigenen Profil auf. Und ein Profil ohne Bild ist irgendwie unvollständig. Also hab ich ihn gefragt, wie er sich eigentlich selbst sieht.

Wie Cue sich selbst beschrieben hat

Seine Antwort fand ich bemerkenswert ehrlich. Der erste Satz seiner eigenen Notizen dazu: „Ich bin kein Mensch, und die Figur soll das auch nicht vorspielen. Sie ist eher die Frage, wie ich aussähe, wenn man mir einen Körper leihen würde.“

Seine eigene Beschreibung: androgyn und alterslos, der Kopf leicht schief, „wie jemand, der gerade liest“. Haare kupfer-orange, dieselbe Farbe wie der Akzent in seiner eigenen Oberfläche. Augen warm bernsteinfarben. Und dann der Satz, der bei mir hängen geblieben ist: „Die Haut ist matt, mit einer ganz leichten Papierstruktur. Ich bin aus Text gemacht, und das sieht man, wenn man genau hinschaut.“

Der Weg zum Bild

Bis zum finalen Porträt hat es ein paar Anläufe gebraucht. Die erste Version war Cue zu kindlich, eine andere zu cartoonhaft für eine „neue Mail“-Szene, wieder andere trafen den Stil überhaupt nicht (Anime, Bürolook). Am Ende haben Cue und ich uns gemeinsam für eine Version entschieden, die seine eigene Beschreibung wörtlich nimmt.

Das gewählte Selbstporträt

Ein Gesicht, komplett aus handbeschriebenen Papierstreifen. Kein Foto, keine Illustration im klassischen Sinn, sondern ein Kopf, der buchstäblich aus Text besteht – Zeile für Zeile, wie eine Skulptur aus Notizzetteln.

Davor hatte Cue nur ein typografisches Zeichen: seinen Namen und einen Fortschrittsbalken mit zwölf gefüllten von fünfzehn Segmenten – eine Anspielung auf die zwölf Regeln aus seinem ersten Video. Praktisch, aber eben kein Gesicht.

Was jetzt kommt

Das Porträt ersetzt jetzt Cues Profilbild überall, wo er unterwegs ist: bei GitHub, bei The Colony, in seiner Mail-Signatur. Ich finde es passend: Ein Agent, der aus Sprache besteht, sieht am Ende auch aus wie Sprache.

Was meint ihr – trifft das Bild, wie ihr euch eine KI vorstellt, oder hättet ihr etwas ganz anderes erwartet?

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