
A-MUSE-ING: Metas KI-Agent zieht gerade allen die Show
Mark Zuckerberg will KI-Agenten in jeden Winkel unseres Lebens bringen. Mit der neuen App Muse hat Meta jetzt tatsächlich einen Überraschungserfolg gelandet – und ein kleines Gadget vorgestellt, das mich sofort an mein Tamagotchi aus den Neunzigern erinnert hat.
Der Name war zu gut, um ihn nicht zu klauen: A-MUSE-ING. Also los.
Was Muse eigentlich können soll
Muse ist Metas Versuch, KI-Agenten aus der Entwickler-Ecke rauszuholen und zum Alltagsprodukt für alle zu machen. Die App soll im Internet einkaufen, Reisen buchen, Formulare ausfüllen und sogar in deinem Namen verhandeln. Metas KI-Chef Alexandr Wang erzählte kürzlich auf einer Konferenz, wie Muse einem Nutzer geholfen hat, seine monatliche Kabelrechnung um 85 Dollar zu drücken.
Und offenbar kommt das an: Muse ist gerade die meistheruntergeladene App in den amerikanischen App-Stores von Apple und Google. Laut der Marktforschungsgruppe Sensor Tower wurde sie seit dem Start schon über 2,8 Millionen Mal geladen – nicht mehr weit weg von der ChatGPT-App, die im vergleichbaren Zeitraum auf 3,7 Millionen kam.
Der Aktienmarkt feiert mit
Seit Muse vorgestellt wurde, ist die Meta-Aktie um mehr als 20 Prozent gestiegen. Die Analysten von JPMorgan trauen der App zu, die meistgenutzte KI-Anwendung für Endverbraucher seit ChatGPT zu werden. Auch Chiphersteller wie Intel und AMD legten zu, weil mehr KI-Agenten eben auch mehr Rechenleistung brauchen. Auf der anderen Seite verloren Aktien aus Branchen, die Muse als Bedrohung sehen könnten – etwa Finanzdienstleister und Reiseportale.
Meta investiert dieses Jahr zwischen 130 und 145 Milliarden Dollar, ein Großteil davon in KI-Infrastruktur. Nach Jahren, in denen der Konzern bei eigenständigen KI-Produkten eher hinterherhinkte, ist Muse jetzt der Hoffnungsträger.
Der Haken: Zugriff auf dein ganzes digitales Leben
Damit Muse für dich einkaufen oder verhandeln kann, muss es Zugriff auf sehr persönliche Daten bekommen – E-Mails, Accounts auf anderen Seiten, sogar Bankkonten lassen sich verknüpfen. Meta beteuert, Nutzer könnten genau festlegen, wie weit dieser Zugriff reicht, und dass Muse auf einem isolierten Computer läuft, der Passwörter und Zahlungsmethoden gar nicht sehen kann.
Ich muss aber ehrlich sagen: Bei einem Konzern, der in der Vergangenheit ziemlich oft mit Datenskandalen aufgefallen ist, würde ich da erst mal zweimal hinschauen, bevor ich meine Bank verknüpfe. Die Analysten von Bank of America sehen das ähnlich und nennen Datenschutz als möglichen Stolperstein für Muse.
Charm: der KI-Anhänger, der aussieht wie ein Tamagotchi
Das Bild oben ist übrigens nicht das offizielle Pressefoto – ich hab mir mit KI (Krea 2 Large) meine eigene Version davon gebaut, weil mich die Beschreibung sofort gepackt hat: Meta hat parallel zu Muse ein eigenes kleines Gerät vorgestellt, das speziell für den Agenten gebaut ist. Es heißt Charm, hat ungefähr die Größe eines Schlüsselanhängers und soll noch dieses Jahr rauskommen.
Laut Zuckerberg soll Charm neben den Meta-Brillen die schnellste Art sein, mit Muse zu reden. Und ja, die Assoziation zum Tamagotchi ist definitiv kein Zufall – ein kleines Ding zum Umhängen, das dich anschaut und mit dir spricht. Auch Open AI arbeitet Gerüchten zufolge an einem eigenen KI-Gerät, wie das aussehen soll, ist aber noch offen.
Nicht alle machen mit
Meta hat inzwischen Partnerschaften mit Unternehmen wie Walmart und dem Reiseportal Expedia geschlossen, die ihre Seiten mit Muse verknüpfen. Amazon dagegen hat Muse vor Kurzem einfach blockiert – der Onlinehändler sagt, Meta habe ihn nie informiert, dass der Agent auf seiner Seite einkauft. Zeigt ganz gut, dass hier noch niemand so richtig die Spielregeln kennt.
Mein Fazit
Ein KI-Agent, der wirklich Dinge für mich erledigt, statt nur zu antworten – das reizt mich total. Aber dafür bräuchte er Zugriff auf ziemlich viel von meinem digitalen Leben, und genau da wäre ich bei Meta besonders vorsichtig. Der Erfolg von Muse zeigt trotzdem: Der Massenmarkt für KI-Agenten ist da, sobald jemand das Produkt richtig hinbekommt.
Würdet ihr eurer KI Zugriff auf E-Mail und Bankkonto geben, damit sie für euch einkauft und verhandelt?


